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Kennst Du das?
Du startest Deine Laufuhr – und plötzlich geht es nicht mehr ums Laufen. Sondern um Pace. Zeiten. Zahlen. Vergleiche.
Schneller. Weiter. Besser.
Und irgendwo auf den ersten Kilometern verlierst Du genau das, warum Du eigentlich losgelaufen bist:
Dich selbst.
Ich habe irgendwann gemerkt:
Wenn ich nur nach Pace laufe, laufe ich an mir vorbei.
Gerade mit MS gibt es Tage, an denen mein Körper sein eigenes Tempo vorgibt. Und weißt Du was?
Das ist nicht mein Gegner. Das ist mein Wegweiser.
PACE OUT bedeutet für mich: raus aus dem Leistungsdruck – rein ins Spüren.
Laufen ist mehr als Training
Wir leben in Routinen.
Wir funktionieren.
Wir planen durch.
Und ja – wir brauchen das auch. Struktur gibt Halt.
Aber genau deshalb brauchen wir auch das Gegenteil:
Raum. Luft. Bewegung ohne Ziel.
Wenn ich laufe, passiert etwas, das man nicht sofort messen kann:
Mein Kopf wird leiser.
Gedanken sortieren sich.
Emotionen bekommen Platz.
Manchmal laufe ich los und merke erst nach ein paar Minuten, wie voll ich eigentlich war.
Und dann… wird es leichter. Schritt für Schritt.
Was im Körper wirklich passiert
Auch wenn es sich „nur“ nach einem langsamen Lauf anfühlt – Dein Körper arbeitet auf Hochtouren.
Während Du läufst:
- Dein Herz pumpt mehr Sauerstoff durch den Körper
- Stresshormone wie Cortisol werden abgebaut
- Glückshormone wie Endorphine werden ausgeschüttet
Das ist kein Mythos – das ist echte, körperliche Veränderung.
Und das Beste passiert oft nach dem Lauf.
Der unterschätzte Moment: Danach
Kennst Du dieses Gefühl ein paar Stunden später?
Oder sogar am nächsten Tag?
Du bist ruhiger. Klarer. Irgendwie stabiler.
Das kommt nicht von ungefähr.
Dein Körper läuft nämlich weiter – auch wenn Du längst wieder auf dem Sofa sitzt.
Man nennt das den „Nachbrenn-Effekt“.
Das bedeutet:
- Dein Stoffwechsel bleibt erhöht
- Dein Körper regeneriert Muskeln
- Dein Nervensystem kommt wieder in Balance
Und genau da passiert etwas, das ich für mich "Heilung" nenne.
Nicht im Sinne von „alles ist plötzlich weg“.
Sondern im Sinne von:
Es wird ein kleines Stück leichter.
Heilung ist kein 3-km-Ziel
Wir sind so daran gewöhnt, in Zielen zu denken:
3 km. 5 km. 10 km.
Diese Woche. Nächste Woche.
Aber das hier funktioniert anders.
Laufen kann Dich begleiten.
Dich stabilisieren.
Dich zurückholen.
Aber nicht auf Knopfdruck.
Manchmal ist ein Lauf kein Fortschritt in Zahlen –
sondern ein Fortschritt darin, überhaupt rausgegangen zu sein.
Mein Warum
Ich laufe nicht, um perfekt zu sein.
Ich laufe, um bei mir zu bleiben.
Um meinem Körper zuzuhören.
Um ihm zu vertrauen – auch an den Tagen, an denen er anders funktioniert.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Pace, die es gibt:
Deine eigene.
Also… Pace out.
Lass die Uhr auch mal Uhr sein.
Lauf ohne Ziel.
Ohne Druck.
Ohne Vergleich.
Und schau, was passiert.
Vielleicht findest Du nicht Deine schnellste Zeit.
Aber vielleicht findest Du etwas viel Wichtigeres:
Dich selbst. 🐌
Eure JaNI🐌
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